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28. Juni 2012
Im Interview: Britta Sabbag
Im Juni ist Britta Sabbags Debütroman "Pinguinwetter" erschienen, in dem sie äußerst anschaulich die Probleme einer frisch gefeuerten Anfangdreißigerin beschreibt. Im Interview verrät die Autorin u.a., warum sie Pinguine mag und welche Fragen ihr Leben bewegen.

Der Titel Ihres Buches lautet "Pinguinwetter". Mögen Sie Pinguine?
Lieblingstiere habe ich eigentlich nicht, wobei ich zugeben muss, dass die süßen Pingus, speziell seit "Pinguinwetter", eine ganz besondere Bedeutung für mich haben. Pinguine stehen wie keine anderen Tiere dafür, dass jeder, der sich in seinem ihm eigenen Element bewegt, gut ist: An Land sind Pinguine langsam und wirken plump; im Wasser sind sie schnell und elegant. Das meint doch nur: Jeder ist in dem erstklassig, was er tut, wenn er sich in seinem Element befindet.
Die Hauptperson in Ihrem Buch ist Charlotte. Was für ein Typ ist sie?
Charlotte ist immer ehrgeizig und strebsam gewesen - bis zu ihrer überraschenden Kündigung. Das bringt ihre ganze Weltordnung durcheinander, und anstatt sich mit den Problemen auseinanderzusetzen, schiebt sie unangenehme Dinge weg, was natürlich alles nur noch schlimmer macht. Dazu kommt, das Charlotte ziemlich grobmotorisch ist und ein Abonnement auf peinliche Situationen und Fettnäpfchen zu haben scheint. Auch das trägt nicht unbedingt dazu bei, den eloquentesten Eindruck zu machen ;-).
Charlotte steckt in vielen verzwickten Situationen. Haben Sie auch Ihre eigenen Erlebnisse mit eingebracht? Haben Sie sich von den Erfahrungen von Freunden inspirieren lassen oder ist alles frei erfunden?
Ein bisschen Charlotte steckt auch in mir, das stimmt. Die wichtigsten Fragen, die ich mir stelle, wenn ich das Haus verlasse sind unter anderem:
1. Schuhe an, zwei? Die gleichen?
2. Rock ÜBER der Strumpfhose und nicht IN ihr?
3. Kontaktlinsen ODER Brille und NICHT BEIDES.
Das sind so Fragen, die mein Leben bewegen.
Was ist das Besondere an Ihrem Buch?
Ich glaube, es ist eine gute Mischung aus Lach- und Schmunzelmomenten und nachdenklichen Szenen, die auch ein wenig traurig sind. Einfach genau so, wie das Leben eben ist!
In Ihrem Buch erlebt Charlotte viele Tiefpunkte, in denen ihre beiden besten Freundinnen ihr beistehen. Hatten Sie beim Schreiben auch Tiefpunkte und waren froh, Hilfe und Unterstützung von Freunden zu bekommen?
Ja, da gibt es hinten im Buch einiges in der Danksagung zu lesen, was es ganz deutlich trifft. Kleiner Auszug:
...seid nett zu euren schmerzfreien Freunden, die haben nämlich einen harten, grausamen, qualvollen und nicht enden wollenden Weg voller Aufbauarbeit vor sich, wenn sie euch morgens um 14 Uhr mit verquollenen Augen wecken und ihr heult: ICH KANN DAS NICHT! (Sehr gute Freunde sagen dann: Trink das!)
Charlotte kommuniziert ab und zu mit ihrer Mutter, die sich in Grönland befindet. Waren Sie selbst auch schon einmal in Grönland?
Nein, noch nicht. Aber tatsächlich ist es so, dass meine Mutter ein großer Grönland-Fan ist und auch gerne mal seltsame SMS schreibt. Also eine Steilvorlage für die Figur der Renate, Charlottes Mutter.
Sie sind ja selbst auch gerade Anfang Dreißig. Wären Sie gerne nochmal jünger oder auch älter?
Ich glaube, dreißig zu sein ist eine ganz besondere Sache. Denn jetzt wird entschieden: Familie, ja oder nein, und auch die Weichen der beruflichen Karriere werden meist endgültig gestellt. Eine extrem spannende Zeit, aber auch eine sehr anstrengende. Ein anderes Alter möchte ich nicht haben, es ist doch viel zu spannend!
Der Einband Ihres Buchs ist knallpink - eine Frauenfarbe, oder? Würden Sie Ihr Buch auch Männern empfehlen?
Es gibt nur einen Grund, "Pinguinwetter" zu lesen: Spaß am Leben! Das heißt für mich Spaß an Liebe, Freunden, Familie und, nun ja, Alkohol kommt auch vor ;-).

